
Studiendaten:
"Facebook IQ wird seine wahre Stärke erst noch zeigen"
Facebook will auf der neuen Seite Facebook IQ Informationen über das Konsumentenverhalten der User bündeln und eigene Studien in Auftrag geben. Marketer, Medien und politische Interessenvertreter sollen auf der Seite Einblicke bekommen, um digitale Trends besser zu verstehen. Doch wie brauchbar ist dieses Datenmaterial? W&V Online hat David Eicher, den Geschäftsführer der Webguerillas, gefragt:
Facebook will auf der neuen Seite Facebook IQ Informationen über das Konsumentenverhalten der User bündeln und Studien aus den Bereichen People Insights, Holidy & Events sowie Industry Research in Auftrag geben. Marketer, Medien und politische Interessenvertreter sollen auf der Seite Einblicke bekommen, um digitale Trends besser zu verstehen. Doch wie brauchbar ist dieses Datenmaterial? W&V Online hat David Eicher, den Geschäftsführer der Webguerillas, gefragt:
Facebook erklärt mit der neuen Seite Facebook IQ seinen Werbekunden, wie die Zielgruppe tickt – ein PR-Schachzug oder brauchbares Hilfsmittel?
Facebook IQ liefert einige interessante Insights. So erfahren Werbungtreibende zum Beispiel, welche Keywords rund um Muttertag besonders beliebt sind oder zu welchem Zeitpunkt sich Pärchen am häufigsten verloben. Für Werbekunden und Agenturen ist Facebook IQ damit ein nettes Hilfsmittel. Dabei dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass Facebook auch Auftraggeber der Studie ist. Es wundert also nicht, dass hier häufig Aspekte im Fokus stehen, die vor allem den Umsatz des Social Networks selbst beflügeln. In erster Linie ist Facebook IQ also ein PR-Instrument, das aber durchaus neue Denkanstöße liefern kann.
Die Optimisten, die Enthusiasten und die Realisten – in diese drei Phasen teilt die erste Studie, die Facebook auf dem neuen Portal veröffentlicht hat, die 13- bis 24-Jährigen ein. Was ließe sich aus solchen Einteilungen für eine mögliche Kampagne ableiten?
Ehrlich gesagt: nicht viel. Die Einteilung, die Facebook hier vornimmt, lässt sich genauso auf alle anderen Altersgruppen anwenden. Auch Tipps wie "It’s important for your brand to find a role in helping young people in this transition. Develop content and campaigns that position your brand as a source of information, inspiration or validation." sind gängige Marketing-Hülsen. Natürlich hilft die Typologie, die vorhandenen Daten besser zu verstehen. Im Grunde muss aber jedes Unternehmen selbst entscheiden, nach welchen Kriterien es seine Zielgruppen charakterisiert.
Liefert Facebook das richtige Datenmaterial für die Planung von Social-Media-Kampagnen oder würden Sie sich etwas anderes wünschen?
Facebook IQ konzentriert sich vor allem auf die Märkte US und UK. Studien wie zum Beispiel zum TV- oder Shopping-Verhalten der User sind für uns deshalb wertlos. Sie lassen sich nämlich nicht auf den deutschen Markt übertragen. Für eine effiziente Kampagnenplanung benötigen wir also zuerst lokale Daten! Ich bin allerdings auch davon überzeugt, dass Facebook IQ seine wahre Stärke erst noch zeigen wird. Nämlich dann, wenn es Fragen wie "Welche Produkte sind bei den Usern gerade angesagt?", "Was suchen oder posten User in TV-Werbepausen besonders häufig?" oder "Wer postet wann welche Inhalte?" mit aussagekräftigen Daten beantwortet.