
Youtube-Star:
#Freiheit-Shitstorm: Was Mediakraft dazu sagt
Simon Unge muss nach seiner Mediakraft-Kündigung mühevoll Pandoras Büchse wieder schließen: Der Shitstorm droht zu eskalieren. W&V hat indessen mit Mediakraft gesprochen. Dort gibt es mittlerweile sogar Morddrohungen.
Youtuber Simon Unge, der mit viel Brimborium seinem Netzwerk Mediakraft gekündigt hat, muss mühevoll Pandoras Büchse wieder schließen: Der Shitstorm droht zu eskalieren. Auf Facebook hat sich der beliebte Youtuber an seine Fan-Community gewandt. Man möge aufhören mit dem Hashtag #Freiheit zu posten, "damit das mal ein bisschen runterkommt". Er äußerte sich besorgt darüber, dass der Shitstorm von Mediakraft auf deren verbliebene Partner herüber geschwappt ist. "Es wäre cool, wenn Ihr Euch entschuldigt" ruft er die Hater auf. Insbesondere stellt sich Simon Unge schützend vor Christoph Krachten, Präsident von Mediakraft, der einen eigenen Youtube-Kanal Clixoom betreibt und dort unter seinen Videos sogar Kommentare mit Morddrohungen erhalten hat. Dieses Vorgehen sei "einfach nur richtig asozial".
Der Ansturm auf Mediakraft hat mittlerweile immense Ausmaße angenommen. Allein am gestrigen Montag wurden 80.000 Tweets zu #Freiheit abgesetzt. Nicht nur Pressesprecher Moritz Meyer hat viele wütende Proteste aushalten müssen. "Die Auswüchse des Videos waren schlimm," sagt er, "vor allem für unsere Mitarbeiter, die persönlich beleidigt wurden, zum Beispiel mit 'Hurensöhne' und die teilweise mit Todesdrohungen bedacht wurden. Auch ich habe Drohanrufe erhalten."
Der Imageschaden, den Simon Unge mit dem öffentlichen Kündigen seiner Kanäle "Ungespielt" und "Ungefilmt" für Mediakraft entfacht hat, ist enorm. Dem Aufruf einiger Unge-Fans, die Partner mögen bitte ebenfalls Mediakraft kündigen, dürften sicherlich einige folgen.
Seit gestern 15! Anfragen in meinem Postfach, von Leuten die bei @mediakraft aus dem Vertrag wollen. Und nu?
— Videoamt * TechPol * (@JoCognito) December 22, 2014
Etwa 2500 Partner hat die Firma derzeit, darunter auch viele "Talents", denen Mediakraft Vermarktungs-Starthilfe gibt. Pressesprecher Moritz Meyer gelobt indes Besserung: "Wir nehmen die Situation auch zum Anlass , darüber nachzudenken, wie wir die Beziehung zu unseren Partnern besser machen können." Vielleicht müsste man auch die Leistungen transparenter machen. "Wir tun ja viel, sonst wären wir mit unseren Partnern in diesem Jahr nicht von 200 auf 450 Millionen Videoabrufe gewachsen."
Zu einem weiteren Vorgehen in der Causa Unge will er keine Stellungnahme abgeben, man wolle das Rechtsverfahren nicht beeinflussen. Den Vorwurf Unges, ein Mediakraft-Mitarbeiter habe ihm mit Privatinsolvenz gedroht, kommentiert Meyer so: "Woher die Drohung einer Privatinsolvenz kommen soll, können wir uns derzeit nicht erklären. Das entspricht ganz und gar nicht der Firmenpolitik von Mediakraft." Genau dieser Vorwurf wird von vielen Unge-Fans als zentral angesehen. Am gestrigen Montag hatten viele gefordert, Mediakraft solle sich endlich exakt dazu äußern.
Für Simon Unge selbst hat die ungeheure Popularität durchaus auch positive Effekte. Im Laufe des gestrigen Tages hat er in seinem neuen Youtube-Kanal Unge schon eine halbe Million neue Fans aufgegabelt. Das erste Video seines neuen Kanals hat bereits eine Millionen Klicks erzielt.