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Ludger Wibbelt: Fragt sich, ob das Juli-Hoch ein Silberstreif am Horizont war?
Ludger Wibbelt: Fragt sich, ob das Juli-Hoch ein Silberstreif am Horizont war?

Nielsen: Bruttowerbemarkt im August-Minus

veröffentlicht am 10.09.2009 um 18:34 Uhr · Medien · Artikel

Die Finanzkrise lässt angesichts der August-Analyse von Nielsen Media Research den deutschen Werbemarkt nicht aus ihren Fängen. Nach dem ersten Plus des Jahres bei den Bruttowerbeerlösen im Juli bringt der Monat August wieder einen Einbruch. Wie aus den aktuellen Nielsen-Daten für die ersten acht Monate dieses Jahres hervorgeht, summieren sich die Bruttoausgaben bis Ende August auf knapp 12,5 Milliarden Euro.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem unbereinigten Minus von 2,7 Prozent. Zumindest dieser Wert stagniert. Und auch sonst zeigen sich die Forscher nicht allzu pessimistisch: Zwar entwickelte sich der Monat August mit einem Minus von 2,8 Prozent erneut rückläufig, doch sei dieser Wert „immer noch deutlich besser als der Durchschnitt des ersten Halbjahres“, so Nielsen-Chef Ludger Wibbelt. Er betont: „Die Hoffnung, dass sich der Bruttowerbemarkt nun langsam wieder stabilisiert, ist also nicht unbegründet.“

In einigen Mediengattungen müssen die Verantwortlichen beim Blick auf den Bruttoumsatz sicher heftig schlucken. Die Gattungen schlagen sich in der Bilanz nach den ersten acht Monaten äußerst unterschiedlich. Während Plakatwerbung mit bisher 572 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum unbereinigt um immerhin 12,2 Prozent zulegt und auch Radio sowie Zeitungen mit 1,3 bzw. 0,6 Prozent plus dastehen, muss des Werbers liebstes Medium Fernsehen immer noch ein Minus hinnehmen: Von Januar bis August sind brutto 0,7 Prozent weniger an Werbeerlösen im TV angekommen, knapp 5,4 Milliarden Euro sind bisher unbereinigt umgesetzt worden. Im Hörfunk liegen die Bruttoaufwendungen bis Ende August bei gut 815 Millionen Euro, die Zeitungen zählen bislang brutto rund 3,3 Milliarden Euro an Werbeumsätzen.

Besonders deutlich ist der Rückgang erneut bei den Zeitschriften. Publikumszeitschriften verzeichnen zwischen Januar und August bei einem Bruttowerbeumsatz von knapp 2,1 Milliarden Euro erneut ein Minus, das sich unbereinigt bei 15,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingependelt hat. Fachzeitschriften verzeichnen ein unbereinigtes Minus von 8,2 Prozent auf jetzt gut 250 Millionen Euro.

Hart trifft die Werbeflaute weiterhin das Medium Kino. Laut Nielsen Media Research sind die Bruttoerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum bis Ende August um 14,8 Prozent auf knapp 37 Millionen Euro eingebrochen. Allerdings kann hier der Rückgang gegenüber den Vormonaten weiter deutlich gebremst werden.

Mit Spannung dürften nun die Bruttowerbeausgaben im Online-Sektor erwartet werden. Im Internet wurde im Juni erstmals ein Minus von Nielsen Media Research ermittelt. Die Zahlen folgen in den kommenden Tagen.

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