
Yahoo greift nach der Bundesliga
Yahoo-Deutschland-Chef Heiko Genzlinger pokert um die Rechte der Bundesliga. Ab 2013/14 will er nach der Sportschau die Highlights des Spieltages im Internet übertragen. Und dem Fernsehen Konkurrenz machen.
Im Interview mit dem Fachmagazin Sponsors bekundet der Yahoo-Deutschland-Chef Heiko Genzlinger reges Interesse an den Rechten der Bundesliga. Die einstige Web-Ikone will ab 2013/14 für vier Spielzeiten die Highlights des Spieltages übertragen. Gleichzeitig sieht Genzlinger ein, gegen die Sportschau chancenlos zu sein. Daher peilt er eine Übetragung ab 21.45 Uhr an. "Am liebsten wäre mir, wenn das Internet unmittelbar nach der ARD-Sportschau zum Zuge kommen würde" verrät Genzlinger im Interview mit Sponsors. "Es muss alles auch wirtschaftlich Sinn machen", sagt er.
Neuland betritt Yahoo mit der Offerte nicht. Seit der Spielzeit 2010/11 fasst der Internetkonzern Spiele der englischen Premier League zusammen. Allerdings erst ab Montag um 0 Uhr und auch nur in vierminütigen Clips. Das Unternehmen gibt an, mit diesem Format zirka 4 Millionen Nutzer pro Woche zu erreichen. In Deutschland erfreut sich die Suchmaschine seit 2010 wieder steigender Beliebtheit. Laut Unternehmen besuchen jeden Monat 16 Millionen Nutzer das Portal, 2,8 davon Yahoo Sport. Der weltweite Yahoo-Chef Scott Thompson tritt am 9. Januar seinen Job an. Er will das krisengeschüttelte Unternehmen wieder auf Kurs bringen.
Refinanzieren will Heiko Genzlinger das kostenlose Angebot auch hierzulande über Werbung. "Es funktioniert in anderen Ländern, also warum sollte es in Deutschland nicht funktionieren?", gibt sich der Deutschland-Chef im Interview mit Sponsors optimistisch. In England habe er für sein Clip-Format sieben Premiumpartner gewinnen können, das Interesse der Werbeindustrie sei hoch.