
Chip Awards: "Bremse des Jahres" geht an die Gema
Mit dem Negativ-Preis "Bremse des Jahres" zeichnete die Computerzeitschrift "Chip" die Gema aus. Zur Begründung heißt es, die Berliner Verwertungsgesellschaft schade den Künstlern durch ihre harte Linie gegenüber YouTube.
Das Computermagazin "Chip" hat im Rahmen ihrer jährlich auf der Cebit verliehenen Awards die Gema als "Bremse des Jahres" ausgezeichnet. Der Berliner Verwertungsgesellschaft gelinge es nicht, so die Jury, ihrer Aufgabe nachzukommen, nämlich Musikern eine gerechte Entlohnung im digitalen Zeitalter zukommen zu lassen. Die Verhandlungen mit YouTube seien "ergebnislos abgebrochen", die meisten der betroffenen Videos gesperrt und ein "juristischer Kleinkrieg um Fragen der Zuständigkeit" begonnen worden.
Das Resultat: „Für die Mehrheit der deutschen Musikschaffenden ist der weltweit wichtigste Video-Kanal bis heute nicht nutzbar: Sie verdienen an YouTube keinen Cent – im Gegensatz zu ihren Kollegen in Italien, Frankreich oder England zum Beispiel, wo es längst praktikable Regelungen für On-Demand-Musik aus dem Internet gibt." Wer in Deutschland YouTube auf der Suche nach Gema-geschützter Musik, fände dagegen "illegale Uploads in fragwürdiger Qualität" vor.
Dies sei eine "Lose-Lose-Situation, für die nach Ansicht der Jury die Gema die Hauptschuld trägt".