Bilanz 2012:
Wo die "FAZ" Verluste schreibt
Weniger Werbung, weniger Stellenanzeigen, weniger Erlöse aus Beteiligungen: Die "FAZ" beendet 2012 mit einem Fehlbetrag von 4,3 Millionen Euro.
Die FAZ-Verlagsgruppe schreibt 2012 rote Zahlen. Sie muss nach Angaben vom Dienstag für das vergangene Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von 4,3 Millionen Euro hinnehmen. Einst starke Bereiche schwächeln: "Das Werbegeschäft und insbesondere der Stellenmarkt" der "FAZ" verzeichnen demnach "starke Rückgänge". Aber: Mit "Kostendisziplin" und dem "Ausbau neuer Geschäftsfelder" soll der Verlag auf Kurs gehalten werden. Die konsequente Nutzung des Markennamens Frankfurter Allgemeine Zeitung biete zusätzliche Chancen, so Tobias Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung der FAZ GmbH. Im Visier hat der Manager das neue "Frankfurter Allgemeine Magazin" ebenso wie die Konferenzen des "FAZ Forums" und die "Frankfurter Allgemeine Business School", die "FAZ" soll dadurch weniger abhängig vom Werbemarkt werden. Und: Die regionale Anzeigenvermarktung soll durch die übernommene "Frankfurter Rundschau" neue Impulse bekommen. Alles in allem geht das Haus für das Jahr 2014 "von einer moderaten Erholung aus, bei jedoch weiterhin stagnierenden Anzeigenmärkten".
Die Zahlen im Detail: "Die konjunkturelle Abkühlung durch die Verschärfung der Eurokrise belastete in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2012 das Anzeigengeschäft in Deutschland", heißt es am Dienstag. Trotz des gesamtwirtschaftlichen Wachstums seien die Anzeigenumfänge der überregionalen Tageszeitungen gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent geschrumpft. Den sinkenden Anzeigenerlösen standen indes steigende Vertriebserlöse für "FAZ" und ihre Sonntagsausgabe "FAS" gegenüber: "Während die Auflagen der deutschen Tageszeitungen im Vorjahr um 3,1 Prozent gefallen sind, hat die ‚FAZ‘ mit einer um 1,9 Prozent gesunkenen Auflage von täglich 354.225 Exemplaren besser abgeschnitten", heißt es. Die "FAS" hielt sich mit einer Auflage von 356.703 Exemplaren das Vorjahresniveau.
Das Geschäft von FAZ.net sei 2012 durch einen Wechsel des Vermarkters geprägt. "Durch Bündelung der Online-Vermarktung in einer Allianz von Qualitätszeitungen bestehend aus FAZ, ‚Süddeutscher Zeitung‘, ‚Zeit‘ und ‚Handelsblatt"steigen im laufenden Jahr die Online-Werbeumsätze spürbar", verkünden die Frankfurter. FAZ.net geht ohnehin in die Offensive und startet jetzt das Verbraucherangebot "Meine Finanzen", um Lesern alle relevanten Informationen rund um private Finanzfragen zu liefern. Die Experten der Zeitung sollen "leicht verständlich durch die Alltagsfragen rund um das Thema private Finanzen“ führen und dem Nutzer "Orientierung und Rat für seine Finanzentscheidungen" geben.
Das FAZ-Archiv habe sein kontinuierliches Wachstum fortgesetzt, heißt es weiter. Besonders erfreulich entwickelte sich nach Verlagsangaben der Verkauf elektronischer Produkte und Dienste sowie der Verkauf von Lizenzen und Nachdruckrechten. Der im Vorjahresvergleich – im Gegensatz zum Minus von 4,3 Millionen Euro ist 2011 ein Jahresüberschuss von 19,3 Millionen Euro bei der "FAZ" zusammengekommen - deutliche Ergebnisrückgang sei neben niedrigeren Anzeigenerlösen hauptsächlich auf das rückläufige Beteiligungsergebnis zurückzuführen, das im Vorjahr durch die Veräußerung der Anteile an der Regionalzeitungsbeteiligung Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam geprägt wurde. "Die Bilanzsumme ist vornehmlich wegen des Fehlbetrags auf 396,7 Millionen Euro gesunken, die Eigenkapitalquote fiel leicht auf 46,6 Prozent", heißt es.