50 Jahre W&V | | von Christof Wadlinger

Werbung 1975, als es noch die Betweenager gab

Für die Werbe- und Medienbranche gehörte es seit jeher zum guten Ton, in W&V Flagge zu zeigen und auf die Leistungen der herausgegebenen Medien hinzuweisen. Die Motive geben einen (aus heutiger Sicht teilweise amüsanten) Einblick in die Entwicklung der Unternehmen und ihrer Portfolios.

Frauen sind beileibe keine Technik-Muffel, bewirbt die Zeitschrift "Brigitte" ihre kauffreudige Leserschaft. Ob bei dem Verlosungsspiel ("Eine Suzuki RV 90 für den schnellsten Werbe-Mann") auch Frauen Chancen auf Gewinne haben, bleibt offen.

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Der Kauka-Verlag hat für die Beschreibung der Leserinnen seines Mädchenheftes "Melanie" den Begriff "Betweenager" kreiert – also diejenigen zwischen Teenager und Twens oder auf deutsch "Mädchen zwischen Du und Sie".

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Das Comic-Heft "Zack" von Koralle (zu Axel Springer) wirbt mit seinem Abschneiden in der Kinder-Leseranayse: Zwölf Prozent der Kids lesen demnach den Titel. Mit Abstand begehrteste Objekte sind aber Micky Maus sowie Fix & Foxi.

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Was sich hinter den in der "Zack"-Anzeige genannten Titeln verbirgt, veranschaulicht teilweise das Inserat des Bastei-Verlags, der sein Portfolio präsentiert – darunter Comic-Heftchen wie Bonanza, Buffalo Bill, Felix und Robin Hood.  

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Die überregionale Axel-Springer-Zeitung "Die Welt" zählt zu denjenigen Zeitungen, die vergleichsweise oft umzogen. 1975 wies sie hier darauf hin, dass sie ihren Erscheinungsort von Hamburg in die Bundeshauptstadt Bonn verlegt. Nachdem Bonn dann später nur noch den Status der "Bundesstadt" hat, zog das Blatt 1993 nach Berlin.

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Die "Bild"-Zeitung geht 1975 mit einer Lokalausgabe für den Raum Hannover an den Markt – "Hannoveraner bekommen damit ihre ureigene Bild-Zeitung", so der Verlag.

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Die Direktmarketing-Agentur A&L & Partner betont ausgerechnet in diesem auf den ersten Blick nicht leicht zugänglichen Inserat ihre Kompetenz für das Gestalten von Werbemitteln. Die Hamburger versprechen im Falle von Misserfolg sogar eine Art Geld-zurück-Garantie.

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Das Motiv für die Zeitschrift "Das Haus" von Burda sieht bedrohlich aus. Der Verlag will aber nur darstellen, dass seine Leser besonders eifrig Bestell- und Informations-Coupons ausschneiden und einschicken.

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Das "Manager-Magazin" wartet mit einem Preisausschreiben für Werbeprofis auf. Wer die korrekten Medialeistungen des Blattes kennt, hat unter anderem Chancen auf eine "semiprofessionelle" Super-8-Filmkamera.

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Der Bauer-Verlag schießt mit Statistiken gegen das TV-Lager und trommelt für seine viel gelesenen Illustrierten "Quick" und "Neue Revue".

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Zahlreiche Tageszeitungen sehen ihr Verbreitungsgebiet als idealen Testmarkt für die Neueinführung von Produkten und bewerben sich dementsprechend – darunter die "Saarbrücker Zeitung", die "Hannoversche Allgemeine" oder das "Westfalen-Blatt".

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Der Autohersteller Volvo hat das Thema Sicherheit für sich entdeckt und wirbt in "W&V" unter anderem mit Knautschzonen, Überrollbügeln und 5-fach gesicherter Lenksäule. Er hält Beschäftigte in der Werbe- und Medienbranche anscheinend für potenzielle Käufer seiner Fahrzeuge.

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Werbung 1975, als es noch die Betweenager gab

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