Verärgert über die Stellenstreichungen bei der "WR", verkauft die SPD ihre Anteile.
Verärgert über die Stellenstreichungen bei der "WR", verkauft die SPD ihre Anteile. © Foto:Unternehmen

WAZ | | von Franziska Mozart

SPD verkauft ihre Anteile an der "Westfälischen Rundschau"

Die SPD Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) steigt bei der "Westfälischen Rundschau" aus. Die Geschäftsführung erklärt ihre Entscheidung mit der Auflösung der Redaktion, die die WAZ "im Alleingang und somit ohne Kenntnis der ddvg" durchgesetzt habe. Daher sei "eine Basis für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von ddvg und WAZ nicht mehr gegeben."

Schon als im Januar bekannt wurde, dass die WAZ die Redaktion der Zeitung schließt und damit 120 Mitabeiter entlässt, zeigte sich die ddvg verärgert über diesen Alleingang und kündigte an, über Konsequenzen nachzudenken. Die SPD kritisierte damals die mangelnden Informationen, die sie im Vorfeld dazu trotz Nachfragen bekam. Ende November sie erstmals rudimentär darüber informiert worden, dass Einschnitte bei der "WR" durch die WAZ geplant seien. Auf einer Gesellschafterversammlung am 27. Dezember 2012 stimmte die ddvg gegen einen Beschlussvorschlag der WAZ, der der Geschäftsführung der WAZ freie Hand gegen geben sollte. Jetzt trennt sich die ddvg von ihrem Minderheitenanteil von 13,1 Prozent und veräußert ihn an die WAZ. Zu dieser Entscheidung sei die Medienholding "in professionellen Gesprächen mit der WAZ" gekommen, wie es in einer Mittelung heißt. Seit den 1970er Jahren hielt die SPD Unternehmensholding über die Westfälische Verlagsgesellschaft (WVG) ihre Anteile an der Zeitungsverlag Westfalen KG (ZVW), die die "Westfälische Rundschau" herausgibt.

Mit ihrem Minderheitenanteil sei es nicht gelungen, den Alleingang des Mehrheitsgesellschafters aufzuhalten und die "Westfälische Rundschau" als starken Nordrhein-Westfälischen Titel mit eigener Redaktion zu erhalten. "Es entspricht unserem Unternehmensziel, die Pressevielfalt in der Bundesrepublik Deutschland zu wahren. Unterschiedliche Auffassungen darüber, wie das Presseunternehmen der 'Westfälischen Rundschau' professionell zu führen ist, machen diese Trennung zu einer logischen Konsequenz."

Die "Westfälische Rundschau" erscheint weiterhin, allerdings ohne Redaktion. Lokale Inhalte kauft die WAZ von drei konkurrierenden Verlagen ein.

SPD verkauft ihre Anteile an der "Westfälischen Rundschau"

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