Keine Gebühren mehr, sondern Steuern: Der Piraten-Parteichef Bernd Schlömer fände es zudem richtig, ARD und ZDF zu fusionieren.
Keine Gebühren mehr, sondern Steuern: Der Piraten-Parteichef Bernd Schlömer fände es zudem richtig, ARD und ZDF zu fusionieren. © Foto:ARD/ZDF

ARD/ZDF | | von Petra Schwegler

Piratenchef will Rundfunkgebühren abschaffen

Piraten-Parteichef Bernd Schlömer fordert die Abschaffung der Rundfunkgebühren und eine tiefgreifende Reform der öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland. "Ich bin der Ansicht, dass das derzeitige Gebührenmodell nicht zukunftsfähig ist", sagt Schlömer am Donnerstag der Nachrichtenagentur "dpa". Der Rundfunkbeitrag in seiner bestehenden Form müsse abgeschafft werden. Stattdessen sei eine Finanzierung aus Steuermitteln und damit eine Entlastung der Bürger anzustreben, so der Politiker.

Im Wahlkampf spricht Oberpirat Schlömer eine gro0e Reform von ARD und ZDF an (Foto: Piratenpartei).

Im Wahlkampf spricht Oberpirat Schlömer eine gro0e Reform von ARD und ZDF an (Foto: Piratenpartei).

"Es ist nicht nachvollziehbar, warum Haushalte in Deutschland Fernsehformate wie ‚Wetten, dass ..?‘ mit Cindy aus Marzahn mit monatlich 17,50 Euro alimentieren müssen", betont Schlömer. Er kritisiert auch die Struktur von Rundfunk und Fernsehen und schlägt eine Zusammenlegung von ARD und ZDF vor. "Ich stelle infrage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit mehr als 20 Fernsehkanälen und 65 Radiostationen in dieser Breite finanziert werden muss", lautet die Kritik des Piraten am öffentlich-rechtlichern System. Weiter kritisiert er fehlende Transparenz der Ausgaben. "Es ist gar nicht klar, wofür die Gebühren benutzt werden." Vor allem würden damit die mehr als 20 000 Beschäftigten des Bereichs finanziert.

Schlömer fordert statt dem seit Jahresanfang neu aufgestellten Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,98 Eurp pro Monat und Haushalt eine mediale Grundversorgung über ein steuerfinanziertes Modell, das auch in seiner Höhe nachvollziehbar sein müsse. Als Beispiel nennt er Großbritannien, wo für jeden Haushalt nur etwa acht Euro pro Monat anfallen. Der Piratenchef hält auch – mitten im Wahlkampf - mehr Politikferne von Rundfunk und Fernsehen für notwendig. "Es kann nicht sein, dass die Politik wie bei der Bestimmung der ZDF-Chefredaktion derart massiven Einfluss auf die Besetzung von Spitzenpositionen nimmt", sagt er.

Piratenchef will Rundfunkgebühren abschaffen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht