Neue Runde: "Bravo" gegen "Spiesser"
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Rechtsstreit | | von Franziska Mozart

Neue Runde: "Bravo" gegen "Spiesser"

Der seit Jahren schwelende Rechtsstreit zwischen dem Bauer-Verlag und Spiesser geht weiter. Bauer klagt vor dem Oberlandesgericht MĂĽnchen auf Unterlassung und verlangt Schadenersatz vom Jugendmagazin "Spiesser". Im vergangenen Jahr gab das Landgericht MĂĽnchen Bauer recht. Demnach dĂĽrfe "Spiesser" nicht mit der IVW-Auflage um Anzeigenkunden werben dĂĽrfe, wenn "Auslegestellen" eingerechnet sind, "an denen die SchĂĽler keinen tatsächlichen Zugang zu der Zeitschrift" haben. Jetzt startet der Berufungsprozess.

Der Bauer-Verlag bezweifelt die Verbreitung des seit 1994 erscheinenden "Spiesser" mit angeblich knapp 500 000 Exemplaren: Wie lasse sich das belegen, wenn das Blatt nur ausliegt und nicht verkauft wird? Die lange marktfĂĽhrende "Bravo" hat laut IVW im letzten Quartal 2012 weniger als 260 000 Hefte verkauft; 2006 waren es noch mehr als 460 000.

Bauer bezweifelt auch, dass das Konkurrenzheft in den meisten Schulen ausliegt. Wo dies doch der Fall sei, geschehe es oft ohne Genehmigung der Schulleiter. Deren Zustimmung spiele aber keine Rolle, machte der Vorsitzende Richter Konrad Retzer in der mĂĽndlichen Verhandlung klar: "Es kommt entscheidend darauf an, ob die Zeitschrift tatsächlich in dem behaupteten Umfang vorliegt und fĂĽr die SchĂĽler erreichbar ist." Den Beweis fĂĽr das Gegenteil mĂĽsse der Kläger, also der Bauer-Verlag, erbringen. "Das haben Sie nicht gemacht", betonte "Spiesser"-Anwalt Prof. Alexander Freys.

Wann die Entscheidung im Berufungsprozess fällt, steht noch nicht fest.

fm/dpa

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