Zwölf Grimme-Preise werden in diesem Jahr vergeben
Zwölf Grimme-Preise werden in diesem Jahr vergeben © Foto:Grimme Institut

TV-Preise | | von Anja Janotta

"Dschungelcamp" pfui, "Switch reloaded" hui: Die Grimme-Preise 2012

Enttäuschung bei RTL. Das Dschungelcamp "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" ging bei der diesjährigen Verleihung des Grimme-Preises leer aus. Stattdessen holt Konkurrent ProSieben mit der "Switch reloaded"-Sondersendung "Wetten dass..."-Special eine Trophäe. Die Unterhaltungsserie stehe für "intelligente und perfekt funktionierende Fernsehparodie", begründet Grimme-Chef Uwe Kammann die Entscheidung. In der Kategorie "Unterhaltung" siegte noch ein weiteres Format: "Die Tatortreiniger" vom NDR mit der Folge "Schottys Kampf". Bereits zum zweiten Mal wird das Format mit einem Preis bedacht. Zu Recht, findet Kammann: "Die thematisch so ausgefallene, weil hochpolitisch zugespitzte Folge bietet schlicht eine nochmalige Qualitätssteigerung, unkonventionell in jeder Hinsicht." 

Insgesamt wurden zwölf Preise vergeben. Bei den weiteren Preisen hatten vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender die Nase vorn. Weitere Grimme-Preisträger 2012 sind  beispielsweise das DDR-Endzeit-Epos "Der Turm" (ARD), "Der Fall Jakob Metzler" (ZDF) oder das Justizdrama "Das Ende einer Nacht" (ZDF). Dessen Regisseur Matti Geschonneck heimst gleich zwei Preise ein. Neben dem Drama erhält er auch die "besondere Ehrung" für seine herausragenden Verdienste um das deutsche Fernsehen. Ein Grimme-Preis "Spezial" geht außerdem an die Erfinder des Formats "Add a friend" (TNT Serie).

In der Kategorie "Information & Kultur" wird Thomas Riedelsheimer mit dem Film "Seelenvögel" (WDR) ausgezeichnet, in dem er drei an Leukämie erkrankte Kinder begleitet. Eric Friedler bekommt einen Grimme-Preis für seine Dokumentation "Ein deutscher Boxer" (NDR/SWR) - eine Biographie von Charly Graf. Geschichtsaufarbeitung ist bei der Jury hoch im Kurs: Ausgezeichnet werden das Porträt "Vaterlandsverräter" (ZDF/Arte) über den früheren DDR-Schriftsteller Paul Gratzik und die Reihe "Lebt wohl, Genossen!" (ZDF/Arte/RBB) über den Untergang der Sowjetunion. Einen Grimme-Preis in der Kategorie "Spezial" erhält Bettina Braun für ihre Langzeitbeobachtung von drei Kölner Migranten in der Dokumentar- Trilogie "Was lebst Du?", "Was du willst" und "Wo stehst du?" (ZDF). "Die Dokumentationen sind durch eine intensive Nähe zu den Menschen, einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Biographien und Lebensumständen sowie durch formale kongeniale Übersetzungen der jeweiligen Besonderheiten geprägt", erklärt Uwe Kammann.

Verliehen werden die Preise am 12. April bei einer Gala in Marl.

"Dschungelcamp" pfui, "Switch reloaded" hui: Die Grimme-Preise 2012

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