50 Prozent weniger Geb├╝hr f├╝r ARD, ZDF, Deutschlandradio: Frauke Petry, Bundessprecherin der Alternative f├╝r Deutschland (AfD), nimmt Stellung.
50 Prozent weniger Geb├╝hr f├╝r ARD, ZDF, Deutschlandradio: Frauke Petry, Bundessprecherin der Alternative f├╝r Deutschland (AfD), nimmt Stellung. © Foto:AfD

Partei AfD will Geb├╝hren senken | | von Christof Wadlinger

Bei ARD und ZDF gibt es "sicher viel Sparpotenzial"

50 Prozent weniger Rundfunkbeitrag f├╝r ARD, ZDF und Deutschlandradio ÔÇô das versprach eine Anzeige des "Freundeskreises der AfD" in der "FAZ" Ende August. Frauke Petry, Bundessprecherin der Partei Alternative f├╝r Deutschland (AfD), nimmt dazu Stellung.

Frau Petry, laut einer Anzeige will die AfD bei einem Wahlerfolg das leidige Thema Rundfunkgeb├╝hren angehen ...

Die Anzeige stammt von einem Freundeskreis und die Inhalte wurden nicht mit uns abgestimmt. Grunds├Ątzlich ist das aber richtig. Der aktuelle Rundfunkbeitrag ist eine Steuer. Sie entzieht sich aber der demokratischen Kontrolle. Es sind auch fragw├╝rdige Regelungen darin, etwa inwieweit Betriebe mit vielen Filialen, Kitas oder Schulen zahlungspflichtig sind - was auch schon kritisiert wurde. Manches ist nach unserer Einsch├Ątzung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Au├čerdem d├╝rften durch die Neufassung die Einnahmen des ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunks deutlich wachsen und es stellt sich die Frage: Ist das gerecht, brauchen die das Geld ├╝berhaupt?

Im Inserat Ihres Freundeskreises ist von einer Senkung um 50 Prozent die Rede.

Auf einen Zahlenwert hat die AfD sich bisher nicht festgelegt. Zun├Ąchst ist zu pr├╝fen, was genau zur Aufgabe von ARD und ZDF z├Ąhlt. Was will man an Programm? Dann kann man schauen, was das kostet. Es gibt sicher viele Einsparm├Âglichkeiten. Schon bei den Reisekostenerstattungen f├╝r unsere Partei, wenn wir f├╝r TV- Beitr├Ąge eingeladen werden, sehe ich, dass ARD und ZDF finanziell gut gestellt sind. Und bei manchen Serien- und Unterhaltungsformaten bin ich skeptisch, ob das zum Bildungsauftrag z├Ąhlt. Viele gute Sachen laufen dagegen nur auf den Spartensendern von ARD und ZDF. Bei denen stellt sich wiederum die Frage, ob die wirklich n├Âtig sind. Die Zahl der empfangbaren Programme ist bereits immens, mir selber ist das schon zu viel. Viel Geld wird daneben f├╝r die Senderechte an Sport├╝bertragungen verwendet. Ob die zum ├Âffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag geh├Âren, ist umstritten.

Gro├če Sportevents bringen aber auch viele Zuschauer.

Die Relevanz von Quoten f├╝r die ├Âffentlich-rechtlichen Anbieter ist ebenso zu diskutieren - ist das wirklich der richtige Ma├čstab zur Bewertung des Programms?

Die Anzeige aus der "FAZ" (Foto: W&V).

Die Anzeige aus der "FAZ" (Foto: W&V).

Hohe Zuschauerzahlen sind jedenfalls gut zum Verkauf von Werbezeiten.

Das Thema Werbung im ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunk sollte kritisch hinterfragt werden, vor allem, ob dadurch die Unabh├Ąngigkeit der Sender gew├Ąhrleistet bleibt. Hei├čt es doch bekanntlich: Wes' Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Das gleiche gilt ├╝brigens auch f├╝r die Besetzung der Rundfunkr├Ąte. Die Werbeerl├Âse von ARD und ZDF fallen jedenfalls im Vergleich zu den Beitragseinnahmen sehr gering aus.

Auch die Online-Aktivit├Ąten der Sender sind teilweise umstritten. Andere Medien beklagten sogar bereits einen verzerrten Wettbewerb.

Online ist nat├╝rlich auch f├╝r den ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunk ein wichtiger Kanal. Die Frage ist wieder, was alles dazu geh├Ârt. Ein Unding ist f├╝r mich jedenfalls, dass viele dieser vom Steuerzahler finanzierten Inhalte im Netz oft nur zeitweise abrufbar sind.

Bei ARD und ZDF gibt es "sicher viel Sparpotenzial"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(3) Leserkommentare

Wir freuen uns ├╝ber Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht ver├Âffentlicht