Verträge bis 2018: Anders als die RTL-Familie werden die ProSiebenSat.1-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel eins und Sixx auch künftig über DVB-T zu sehen sein...
Verträge bis 2018: Anders als die RTL-Familie werden die ProSiebenSat.1-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel eins und Sixx auch künftig über DVB-T zu sehen sein... © Foto:ProSiebenSat.1/Holger Rauner

Vertragsverlängerung | | von Petra Schwegler

Aufatmen rund ums Antennenfernsehen: ProSiebenSat.1 bleibt DVB-T treu

Die Sender der ProSiebenSat.1-Familie werden hierzulande auch weiterhin über das digitale Antennenfernsehen DVB-T verbreitet. Der Provider Media Broadcast und die ProSiebenSat.1 Group hätten ihre Verträge bis 2018 verlängert, teilen die Unternehmen am Dienstag mit. Damit werden ProSieben, Sat.1, Kabel eins und Sixx auch künftig über DVB-T zu sehen sein. Anders als die Kanäle der RTL-Gruppe: Das Konkurrenzunternehmen hat im Januar angekündigt, auf die Verbreitung über das digitale Antennenfernsehen aus Kostengründen ab 2015 zu verzichten. W&V Online hat darüber exklusiv berichtet. So werden RTL, Vox, Super RTL, RTL II und n-tv ab 2014 nicht mehr in Haushalten mit DVB-T-Empfang zu sehen sein. In der Region München, wo die Sender eigentlich Ende April von der Antenne gehen sollten, hat sich die RTL-Familie nun für eine Fortführung bis Ende Juli entschieden.

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Mit der Fortführung der DVB-T Verbreitung wolle ProSiebenSat.1 auch weiterhin zusätzliche Reichweiten für den Werbemarkt gewährleisten, heißt es am Dienstag zu Begründung aus München. Conrad Albert, Vorstand Legal, Distribution & Regulatory Affairs, sieht nun aber die Medienpolitik in der Pflicht: "Wir haben uns dazu entschieden, auch weiterhin unsere Programme einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen. Damit sichern wir die Übertragung des Antennenfernsehens für Millionen von Haushalten in Deutschland. Jetzt erwarten wir eine tatkräftige Unterstützung aus der Politik, um diesen Übertragungsweg wirtschaftlich tragfähig zu halten."

Laut Digitalisierungsbericht der Medienanstalten nutzen rund fünf Millionen TV-Haushalte in Deutschland die digital-terrestrische Verbreitung, davon 3,7 Millionen Haushalte am Erstgerät. Nach der Ausstiegsankündigung der RTL-Gruppe haben die Medienanstalten vor einem Ende dieser digitalen Übertragungstechnik gewarnt. Die RTL-Pläne könnten einen "Schneeballeffekt" auslösen, bei dem digitale Terrestrik als TV-Verbreitungsweg wegbreche. Benachteiligt wären dabei vor allem die Zuschauer, meint der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Jürgen Brautmeier. Inzwischen beraten die Medienwächter aber über alternative Techniken für den mobilen Antennenempfang, um den Übertragungsweg aufzuwerten; es geht darum, die Übertragungswege von Mobilfunk und Rundfunk zu verschmelzen. Die Antennentechnik sei als Alternative zu Kabel und Satellit für die TV-Verbreitung wichtig und werde vor allem bei Zweit- und Drittgeräten sehr gut angenommen, heißt es.

Über den technischen Standard Digital Video Broadcasting - Terrestrial (DVB-T) werden seit 2004 die Programme von ARD und ZDF in fast dem gesamten Bundesgebiet sowie RTL und ProSiebenSat.1 in Ballungsräumen ausgestrahlt. Dieser Übertragungsweg ist für Zuschauer kostenlos.

ps/dpa

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