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Ein hybrider Typ
Es war nicht vorgezeichnet, dass sich Michael Schipper einst mit einer eigenen Firma selbstständig machen würde – mehr als 20 Jahre nach seinem Berufseinstieg. „Ich bin ein sehr sicherheitsbewusster Mensch“, räumt der 47 Jahre alte Manager spontan ein. Doch vor wenigen Tagen ging Schipper Company an den Start – mit den Standorten Frankfurt und Hamburg, etwa 50 Mitarbeitern und dem Gründungskunden dm. Ohne Fremdbeteiligung und ohne Investor, wie der Manager nicht ohne Stolz erzählt. Noch im Sommer 2012 war er als Geschäftsführer und Gesellschafter bei BBDO.
Begonnen hatte er seine Karriere 1992 bei Bertelsmann. Dort lernte der passionierte Fotograf Dialogkommunikation kennen. Es folgten Wechsel zur heutigen Rapp in Hamburg, anschließend zu Team, der einstigen „Keimzelle“ von BBDO Deutschland. Damals schon als Geschäftsführer und Teilhaber. Jetzt die eigene Company – und wieder mehr Zeit für Aufgaben, die Schipper am meisten am Herzen liegen: Menschen kennenzulernen, Marken und Märkte. Und wieder „dichter an der Sache“ zu arbeiten. Immer wieder hatte sich der dreifache Familienvater auf unorthodoxe Weise der Welt seiner Auftraggeber genähert – sei es als Regalhilfe bei dm oder im Frontoffice bei der Commerzbank. Und: Seine Kunden, sagt Schipper, sollen sich bei ihm fühlen wie bei ihrem „Stammitaliener“: gut aufgehoben und stets aufmerksam und liebevoll versorgt.
Ein abgedrehter Werber ist Schipper mitnichten. Für die Erdung sorgt seine Familie, sein „wichtigstes Gut“. Allen voran seine Frau, mit der er seit 17 Jahren verheiratet ist. Sie ist Medizinerin und holt ihn immer wieder aus der „bekloppten Werbewelt“ zurück auf den Boden der Realität.
Freunde und Weggefährten schätzen Schippers Empathie, sein Interesse an den Menschen. Sich selbst bezeichnet der studierte Geisteswissenschaftler gerne als einen sensiblen und „hybriden Typ“. Als jemanden, der scheinbar konträre Dinge zusammenbringt, um etwas Neues entstehen zu lassen. Deshalb auch sind seine Ausgleichspole so wichtig für ihn. Neben der Family ist es die Musik. Sie lässt den Klavierspieler und Gelegenheitskomponisten schnell abtauchen in eine andere Welt. Oder das kleine Haus in Schweden, mitten im Wald. Dort stört den Manager kein Anruf, keine Mail. Ideal, um andere Projekte anzugehen. So den Ausbau des Häuschens – dank der komplett ausgestatteten Werkstatt kein Problem.
Doch für seine kleinen Fluchten dürfte Michael Schipper in den kommenden Monaten wenig Zeit haben. Erst muss die Agentur richtig rund laufen. Denn „ich habe einen Riesenrespekt vor der Aufgabe“, so der Entrepreneur.

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