Arno Lindemann
Arno Lindemann © Foto:cr_Robert Grischek, Lukas Lindemann Rosinski

Projektetat des Kultgetränks Bionade | | von Testredakteur LD

Der Mann in der Mitte

Als Erstes ist immer er zu sehen. Vielleicht, weil Arno Lindemann diese immense Energie ausstrahlt. Oder weil er der größte der drei Inhaber und Geschäftsführer der Hamburger Agentur Lukas Lindemann Rosinski ist. Vielleicht auch, weil er stets in der Mitte seiner beiden Partner Bent Rosinski und Bernhard Lukas steht. Das Corporate Design der Agentur will es so: Drei aufrechte Balken, die sich an die Körpergröße der Inhaber anlehnen, bilden das Logo der Agentur. Kein Zufall, dass sie sich auf Fotos immer in der richtigen Reihenfolge präsentieren.

Lindemann in der Mitte. Er ist das Gesicht der Agentur. Der Laute, der Verrückte, der Sichtbare. „Arno geht auf die Bühne, holt neun Löwen und trägt einen lustigen Hut dabei“, hatte Frank Bachmann, Chef der Agentur Gürtlerbachmann und langjähriger Kollege Lindemanns bei Springer & Jacoby, die Extravagenz des Freundes in einem W&V-Interview einst beschrieben. Den Kunden scheint das zu gefallen. Seit der Gründung im Jahr 2008 taucht der Name der Agentur häufig dort auf, wo ein Unternehmen Wert auf Kreation legt. Oft schafft es der gelernte Werbekaufmann, der an der Uni Wuppertal visuelle Kommunikation studierte, Kunden wie RaboDirect oder Mercedes-Banz von seinen Ideen zu überzeugen. Mit Spannung erwartet die Branche den ersten Aufschlag für Bionade. Die Marke gehört inzwischen dem Konzern Radeberger und konnte zuletzt nicht mehr überzeugen – nachdem Kolle Rebbe jahrelang auf hohem Niveau für die Brause geworben hatte.
Immer neugierig, immer offen für Neues, aber auch getrieben, ruhelos und verrückt, das kennzeichnet den 42-Jährigen. So­cial Media ist sein Thema, doch Lindemanns große Stärke ist der Film. In dieser Kategorie saß er 2010 in der Cannes-Jury. Bei Kollegen und Konkurrenten gilt er als begnadeter Filmemacher. Kein Wunder, dass Kino und Fotografie seine Hobbys sind. Ein bisschen Motorradfahren und Klavierspielen zählt auch noch dazu, doch das Wochenende gehört seiner Frau und den Kindern, der sechsjährigen Oona und dem dreijährigen Bennett. Das Golfspielen hat er für die Familie an den Nagel gehängt, sein Sportpensum absolviert er jetzt in der Mittagspause.

Nach der Geburt seines Sohnes im Jahr 2009 nahm er sich sogar eine dreimontige Auszeit – trotz des Cannes-Triumphes im gleichen Jahr. Die neun Löwen verpassten der Agentur einen immensen Schub. Und manchmal kommt es sogar vor, dass seine Tochter Oona mit an seinem Schreibtisch im Büro sitzt und spielt – und ans Telefon geht. Papa hat dafür ja keine Zeit. Der muss immer so viel arbeiten.

Der Mann in der Mitte

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