Gangnam Style-Nachfolger |
Youtube-Hit Harlem Shake erobert die Büros
Harlem Shake ist der neue Gangnam Style: Ende vergangenen Jahres kam man nicht mehr an dem südkoreanischen Künstler Psy und seinem Gangnam Style-Musikvideo vorbei. Bis Ende Januar wurde das Youtube-Video rund 1,2 Milliarden mal aufgerufen und spielte Google dadurch mehr als acht Millionen US-Dollar an Werbeeinnahmen ein. Aber so ein Erfolg kann im Youtube-Zeitalter ganz schnell wieder vorbei sein, dann nämlich wenn ein neuer Internet-Trend aufkommt: Für Februar 2013 heißt er "Harlem Shake".
Der Tanz, der eher dem Zucken bei einem Stromschlag ähnelt, soll bereits in den 80er Jahren erfunden worden sein. "Filthy_Frank" hat ihn wieder hervorgekramt und auf Youtube zu einem Hit gemacht:
Über zehn Millionen Mal wurde das Video auf Youtube schon aufgerufen. Noch viel erstaunlicher ist aber - ähnlich wie beim Gangnam Style - die große Masse der Nachahmer. Dabei handelt es sich nicht nur um Privatpersonen, Harlem Shake lässt auch ganze Büros (vor allem natürlich der Digital-Branche) erzittern:
-Das europäische Facebook-Hauptquartier:
- Das ZDF-Pixelmacher-Team:
-Auf dem Google-Campus:
- Die Giga-Format-Macher:
- Designberater Ziba, Büro München
Updates Youtube-Hit Harlem Shake erobert die Büros Marken entdecken den Harlem Shake "Harlem Shake" unter Tage: Australier verlieren Job wegen Youtube-Video Der Rap zur Google-Nation Wer steckt wirklich hinter dem Harlem-Shake-Erfolg?
Marken entdecken den Harlem Shake
2012 regte der Gangnam-Style mit seinen Reiterposen zum wilden Herumgehopse an - seit einigen Wochen fordert der "Harlem Shake" die globale Internetgemeinde heraus und entwickelt sich zu einer Riesen-Welle - bis zu 4000 Videos mit wild zuckenden Party-Menschen sollen täglich bei Youtube hochgeladen werden. Insgesamt haben sie schon mehr als 44 Millionen Youtube-Klicks generiert, schreibt etwa Digiday.
Logisch, dass auch Marken dem Charme des kollektiven Ausflippens verfallen und das Video-Meme für sich nutzen wollen. So kann man schon etlichen großen Namen beim Rumflippen in ihren Büros zuschauen, etwa Google oder Facebook, auch ZDF oder Giga hatten schon ihren Spaß. Wir haben weitere Beispiele für Eigen-PR mit dem "Harlem Shake" gesammelt:
1&1 etwa twittert, dass es seine gesamte Website zum Shaken bringt. Mit Hilfe von hsmaker.com. kann das jeder - auch wuv.de flippt völlig aus. (Danke für den Hinweis an Leser Stefan Rogg).
Pepsi schickt eine Dose:
Eine gute Idee, aber leider langweilig gemacht. Da hätte man sich noch mehr Action gewünscht - wilde Cola-Fontänen nach dem ganzen Geschüttel zum Beispiel.
Besser macht es die Electronic Sports League (ESL) - mit dem "League of Legends" Harlem Shake:
Auch Red Bull ist am Start: Das Racing-Team Australia hat vorher offensichtlich einen großen Schluck aus der Dose genommen:
Witzig und mit Tieren - das zieht immer: Der Harlem Shake von Sea World San Antonio.
Sehr schön nutzt auch der Nachrichtensender KSLA den Harlem Shake - on air:
Die Radiokette Energy ist gleich mit mehreren Editionen am Start, die prominent das Logo zeigen. Hier ein Beispiel aus München:
Selbst Chartstürmer Heino nutzt den Harlem Shake zusammen mit dem Radiosender Unser Ding für Eigen-PR - offensichtlich braucht er dabei allerdings noch einen Anstubser:
Idee für Bundeswehr-Werbung? Wie man es richtig macht und sympathisch für sich wirbt, zeigt die norwegische Armee:
PS: Einen interessanten Ansatz für Produkt-Härtetests bietet dieses Beispiel:
Warum Harlem Shake jeden Social-Media-Marketer aufrütteln sollte, lesen Sie bei Lead Digital.
"Harlem Shake" unter Tage: Australier verlieren Job wegen Youtube-Video
Das "Harlem Shake"-Tanzfieber hat in Australien fünfzehn Bergleute ihren Job gekostet. Die Kumpels hatten vor zwei Wochen bei einer Nachtschicht unter Tage 30 Sekunden lang wild getanzt, sich dabei gefilmt und das Stück bei Youtube hochgeladen. Ihr Arbeitgeber Barminco fand das nicht witzig und feuerte die Männer. Sie hätten die Sicherheitsstandards verletzt, wie die Zeitung "West Australian" aus dem Entlassungsschreiben zitierte.
Die Bergleute wehren sich gegen die Entlassung. Sie hätten beim Tanzen, wie vorgeschrieben, Helme, Lampen und Schutzbrillen getragen und Sauerstoffgeräte parat gehabt, sagte einer von ihnen der Zeitung. Sie hätten lediglich die Jacken mit dem Barminco-Logo abgelegt, damit niemand den Arbeitgeber identifizieren könne. Das Video sei um 2.30 Uhr morgens entstanden. Sie hätten einen Durchhänger gehabt und eine Aufmunterung gebraucht.
Das Video erreichte bisher mehr als 45.000 Klicks. Die Kumpels haben auf Twitter und Facebook viele Fans, die gegen die Entlassung protestieren. Die Firma war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. dpa
Der Rap zur Google-Nation
Harlem Shake war gestern, Gangnam Style ist ein alter Hut: bei Google wird jetzt selbst gerappt. Andrew Fink ist Mitarbeiter des New Yorker Büros und hat ein Youtube-Video mit dem Song "Welcome to Google" gepostet. Die Identifikation mit seinem Arbeitgeber könnte größer kaum sein: "I wanna welcome everybody to the google generation / google is a nation" reimt er. Im Video können sich seine Kollgegen mit bunten Kostümen und wildem Gezappel austoben.
Derzeit überbieten sich die Mitarbeiter unterschiedlichster Unternehmen ja darin, in mehr oder weniger lustigen Videos zu zeigen, wie verrückt und ausgeflippt sie sind. Für eine Gruppe Australischer Bergarbeiter wurde dieser Spaß sogar zum Kündigungsgrund.
Bei Google ist der Rap von Andrew Fink nicht der erste Clip des Genres "Wir sind hier so verrückt bei Unternehmen XY". Es gibt bereits eine offizielle Version des Harlem Shakes.
Wer steckt wirklich hinter dem Harlem-Shake-Erfolg?
Der virale Erfolg des Harlem Shake sei das Ergebnis knallharter finanzieller Interessen gewesen, schreibt der Social Media Watchblog. Dass die Ausbreitung der Zappel-Videos spontan geschehen sei, entlarvt Kevin Ashton, Chef des Technik-Unternehmens Belkin, in dem Beitrag als Mythos. Außerdem liefert er eine lesenswerte Chronologie des Phänomens.
Hinter dem Erfolg stehen demnach die Unternehmen Maker Studios, Mad Decent und IAC. Marker Studios verdient sein Geld mit Youtube-Videos und drehte den ersten professionellen Harlem Shake, Mad Decent ist das Label, auf dem der Track erschien, und IAC war das erste Unternehmen, das eine Imitiation des Harlem Shake hochlud. Sie sorgten für die nötigen Zugriffe zu Beginn und hatten dabei den Stromausfall beim Super-Bowl auf ihrer Seite. Dieser Zwischenfall brachte einige Gewinner hervor, etwa Oreo, das mit einem einzigen Tweet zum Liebling der Nation wurde. Die Verlierer, die diese Situation nicht für sich nutzen konnten, seien danach sensibilisiert gewesen und hätten den nächsten großen Hype nicht verpassen wollen, so Ashton.
Ausgezahlt hat sich der Harlem Shake vor allem für die Unternehmen im Hintergrund. Für Google natürlich, außerdem für Maker Studios, deren Video inzwischen 30 Millionen Mal gesehen wurde, und für Warner Bros, bei denen die weltweiten Vertriebsrechte für die Aufnahme liegen. "Auch wenn die Technologie sich geändert hat, das Geld fließt immer noch in die selbe Richtung: zu den Schöpfern von Verträgen und nicht zu den Schöpfern von Inhalten", so das Fazit des Autors.

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