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Der junge Hitler - vom Auto überfahren - liegt in Form eines Hakenkreuzes tot am Boden.
Der junge Hitler - vom Auto überfahren - liegt in Form eines Hakenkreuzes tot am Boden. © Foto:Screenshot Vimeo

Filmakademie Baden-Württemberg | | von Markus Weber

"Hitler kaputt": Mercedes distanziert sich von Regie-Abschlussarbeit

Was wäre, wenn der Mercedes-Benz-Bremsassistent schon viel früher entwickelt worden wäre, viel besser funktionieren würde und womöglich eine richtige Seele hätte? Würde damit am Ende vielleicht sogar Geschichte umgeschrieben? Das fragte sich Tobias Haase, Werbefilmstudent an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, und machte aus dieser Idee einen gut einminütigen Werbespot. Es ist die Regie-Abschlussarbeit des Nachwuchstalents, das im vergangenen Jahr beim Young Director Award in Cannes mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

Dass sich der Stuttgarter Autohersteller von dieser studentischen Arbeit ausdrücklich distanziert, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich ist die Vorstellung, dass ein automatisches Bremssystem die Kinder, welche vor das Auto rennen, genau selektiert, wirklich nicht schön. Die Daimler AG hat mit der Entstehung des Films nichts zu tun. Der Spot ist nicht autorisiert. Technisch freilich wurde der Film hervorragend umgesetzt. Produziert wurde der Spot von der Filmakademie Baden-Württemberg, unterstützt von Blackpearl Film. Die weiteren Credits im Einzelnen: Produzenten Lydia Lohse und Holger Bergmann; Animation: Patrick Altmaier; Schnitt: Helmar Jungmann; Kamera: Jan Mettler.

"Hitler kaputt": Mercedes distanziert sich von Regie-Abschlussarbeit

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Hitler-Spot holt überraschend First Steps Award

von Markus Weber

Der umstrittene Hitler-Spot des Nachwuchsregisseurs Tobias Haase von der Filmakademie Baden-Württemberg ist beim First Steps Award in Berlin überraschend als bester Werbefilm ausgezeichnet worden. Mercedes-Benz - ein Unterstützer des Filmpreises - hatte sich zuvor von dem Spot distanziert, in dem der kleine Hitler dank des besonders intelligenten Bremssystems als zukünftiger Gewaltherrscher erkannt und aus diesem Grund vorsorglich überfahren wird. Noch nie habe die First-Steps-Jury so kontrovers über eine Gewinnerarbeit diskutiert, heißt es von Seiten des Veranstalters.

Wurde für seinen Mut belohnt: Tobias Haase

Wurde für seinen Mut belohnt: Tobias Haase

Doch am Ende wollten die Juroren dem Nachwuchsregisseur Tobias Haase, der seinen Idealen treu geblieben sei, mit dem Preis bewusst den Rücken stärken: "Solche Ideen-Verfechter braucht die Kreativbranche." Als Zuschauer werde man durch den Spot förmlich gezwungen, sich eine Meinung zu bilden.

Der First Steps Award war am Montagabend (16.9.) im Theater am Potsdamer Platz feierlich überreicht worden. 39 Nachwuchsarbeiten waren in der Kategorie Werbefilm eingereicht worden. Der Preis wird seit dem Jahr 2000 jährlich an die besten Abschlussfilme der Filmhochschulen im deutschsprachigen Raum vergeben.

Und das ist der Sieger-Spot:

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